Unter Bäumen. Die Deutschen und der Wald

2. Dezember 2011 | Von www.das-jahr-der-waelder.de Peter Gaß | | Kategorie: Titelthema

July hält sich gerne unter Bäumen auf. Foto: Peter Gaß

July hält sich gerne unter Bäumen auf. Foto: Peter Gaß

Eine Ausstellung des Deutschen Historischen Museums

Der Wald in Deutschland ist mehr als die Summe seiner Bäume. Wenn sie bedroht sind, gehen die Deutschen auf die Barrikaden. Denn der Wald ist in unserem Land nicht nur eine von der Forstwirtschaft geformte Kulturlandschaft und das Ergebnis moderner Freizeitgestaltung zwischen GPS-gestützten Wanderungen und Baumwipfelpfaden. Wälder und Bäume verfügen zugleich über hohe symbolische, spirituelle, märchengleiche Ausstrahlungskräfte und sind seit jeher Gegenstand deutscher Dichtung, Kunst und Musik. Auf diese Weise hat sich der Wald tief im Bewusstsein der Deutschen verankert – nicht nur, wenn wir unter Bäumen wandeln.

Diese besondere Beziehung der Deutschen zum Wald wird in der Ausstellung visualisiert. Sie konzentriert sich zunächst auf die Zeit der Romantik um 1800, in der Wald und Bäume zum Gegenstand einer wissenschaftlich fundierten Forstwirtschaft werden und zugleich die Literatur, die Musik und die bildende Kunst als Sujet und Thema bereichern. Vor allem die Malerei – sie bildet das Herzstück der Ausstellung – formte Muster der Wahrnehmung, die bis heute unseren Blick auf den Wald prägen.
Auf großzügiger Ausstellungsfläche gerät aber auch die Rolle des Waldes als Ort der Gewalt, als Bühne der Macht, als Inbegriff nationaler Identität, als Teil der Populär- und Trivialkultur und als touristischer Sehnsuchtsraum in den Blick. Ausgeleuchtet wird zudem der auf den Wald fixierte Naturschutz bis hin zur Debatte um das „Waldsterben“.

Mehrere hundert Exponate bringen vor allem eins zur Anschauung: Die allmähliche Entwicklung des Naturraums „Wald“ zur Projektionsfläche für künstlerische, politische, wirtschaftliche und wissenschaftliche Vorstellungen und Gestaltungen.

Öffentliche Führungen

Mo 15 Uhr, Do 14 Uhr, Sa 14 Uhr, So 12 Uhr (60 Minuten)
Führungen für ältere Besucher Di 14 Uhr (120 Minuten)
Familienprogramm So 14 Uhr (120 Minuten, Kosten Familienkarte 15 Euro)

Vorträge zur Ausstellung

14. Dezember 2011
Die Entdeckung des Waldes um 1500
Dr. Detlev Arens, Freier Autor und Journalist

21. Dezember 2011
Der Wald ist Musik – Anmerkungen zur musikalischen Entdeckung eines Naturraumes (mit Klangbeispielen)
Prof. Dr. Ute Jung-Kaiser, Frankfurt am Main, Univ.-Prof. i.R. für Musikpädagogik

11. Januar 2012
Der Wald stirbt? Eine Debatte der 1980er Jahre
Dr. Roderich von Detten, Forstwissenschaftler-Assistent am Institut für Forstökonomie Freiburg

25. Januar 2012
Sehnsuchtsraum Wald – Der deutsche Wald im 18. und 19. Jahrhundert
Prof. Dr. Hansjörg Küster, Sachbuchautor und Professor für Pflanzenökologie am Institut für Geobotanik der Leibniz Universität Hannover

8. Februar 2012
Inszenierung von Natur im „Dritten Reich“
Dr. Peter-M. Steinsiek, Institut für Forst-und Umweltpolitik der Universität Freiburg/ Arbeitsbereich Forstgeschichte

Deutsches Historisches Museum
Unter den Linden 2 I 10117 Berlin
Öffnungszeiten: täglich 10 – 18 Uhr I Eintritt: 6 Euro, bis 18 Jahre frei
www.dhm.de

Text: Deutsches Historisches Museum
Foto: Peter Gaß

Tags: , , , , , , ,

Keine Kommentare möglich.